Wieder da?

Es brauchte mehrere Anläufe, wieder hierher zu kommen.

Name des Blogs vergessen. Angst, in der Welt wieder aufzutauchen.

Nach der Bachelorarbeit gänzlich abgestürzt.

Jetzt langsam, sehr, sehr langsam – in winzig kleinen Schritten – wieder dabei, mühsam nach oben zu krabbeln.

Das erstmal als kurzes Statement zu meiner langen Abstinenz hier.

 

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Nicht da, II.

Zusätzlich habe ich auch noch meinen heiß geliebten Job als SHK verloren.
Den Job, der mir so, so viel bedeutet hat.
Tolle Kollegen, tolle Bücher, tolle Arbeiten.
Am 29.2. endete mein Vertrag (mal wieder). Er konnte leider aus formalen Gründen nicht verlängert werden.

Die Welt ist dumm und stinkt.
Menno. *mpf*

Nicht da.

Die Arbeit wurde bewertet. Schlecht bewertet.
Bin so traurig.
So viel Kraft reingesteckt, so große Mühe gegeben und dann so ein mieses Ergebnis.
Problem war wohl der empirische Teil und der Schluss.
Noch nicht geschafft, das Gutachten zu lesen. Zu beschämend.
Ich habe die Arbeit mit einer schweren Depression geschrieben. Und trotzdem mehr erwartet.
Jetzt bin ich mit dem Studium durch und warte nur noch auf das „richtige“ Dokument, das mir den Abschluss mit einer mittelmässigen Note (2,6) bescheinigt.

Eine Bewerbung habe ich in der Zwischenzeit verschickt.
Eigentlich steht jetzt aber etwas Anderes an. :/
Ich bin da, aber nicht wirklich da. Eher irgendwo im Nirgendwo.

Piep…

…lange nichts geschrieben. Passiert auch nichts von Relevanz. Die Bachelorarbeit ist angemeldet, jetzt wird es also „richtig“ ernst.
Meine betreuende Professorin hat mich gefragt, ob mir die Arbeit an der Bachelorarbeit auch Spaß macht.
Öhm…“Spaß“ ist nun wirklich nicht das, was mir dabei einfällt.
Ich stoße auf interessante Artikel und Beiträge mit interessanten Inhalten – das Verfassen der Bachelorarbeit selbst jedoch ist nichts als Quälerei.
Ich mags nicht.
Letztens bin ich mal wieder auf einen Beitrag gestoßen, der mir einige ‚Ahs‘ und ‚Ohs‘ entlockte. Oft arbeite ich aber Texte auch leidenschaftslos durch.

19…18…17…

Mir wurde heute die Ehre zuteil, alte Bücher in die Hand nehmen zu dürfen.
Nicht 1950-alt.
Auch nicht 1910.
1890 ebenfalls nicht.

Das älteste Buch war 231 Jahre alt. Von 1784.

So nahe war ich einem richtig alten Buch noch nie. Im Museum ist ja immer Glas dazwischen.

Ich war wieder im Antiquariat. Irgendwann kam das Gespräch auf alte Bücher und ich erfuhr, dass die Buchhändlerin auch „richtig“ alte Bücher hat. „Aber nur aus dem 18. Jahrhundert.“
Ich schnappte nach Luft. 18. Jahrhundert!? Als sie mir zeigte, wo sie stehen, konnte ich kaum an mich halten, ich musste schnell die Leiter holen.
Uuuuiiiii…! Was für ein Gefühl! Es handelte sich um französische Bücher. Das Papier war zwar fleckig und etwas verschmutzt, aber soweit noch gut erhalten. Die Einbände wiesen alle kleine Abschabungen auf, die Bindung war jedoch intakt.
Für mich war das ein tolles Erlebnis. Die Bücherfrau war leicht verwundert über meine Begeisterung, doch meine Argumente fand sie dann schlüssig und meine Sichtweise auf die Dinge „interessant“.

Ich gehe bewusst naiv an solche Sachen heran, habe keinen blassen Schimmer von so alten Werken – ich kann kein Latein und nur mit Mühe Fraktur lesen, die Inhalte entsprechen jetzt auch nicht so unbedingt meinen Interessen. Was mich begeistert ist das Wissen um das Alter der Bücher, die Geschichte, die an ihnen vorbei gezogen ist, während sie in Truhen lagen oder in Regalen standen, der Wert, den sie einst besaßen, als der Besitz noch einzelnen Bevölkerungsschichten vorbehalten war. Diese Bücher, die ich Pups in der Hand hielt, haben mehrere Kriege überstanden, sie haben allen möglichen Gefahrenquellen wie Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung getrotzt, Bücherverbrennungen, Revolutionen…
Ich konnte es nicht lassen, vorsichtig am Buch zu schnuppern. So riecht also Geschichte… Ein Hauch Curry?

Es ist bereits Abend und noch immer möchte ich begeistert in die Hände klatschen ob dieser wertvollen Erfahrung. Danke, danke, Bücherfrau. ❤